BRK-Enquete

Tagung vom 04.05.17 bis 06.05.17

Die Schriftreihe zur virtuellen Tagung

Artikel 1

BRK (UN-Behindertenrechtskonvention)-Enquete

steht für die Forderung an den Bundestag, ein Gremium von Betroffenenvertretern, Sozialpolitikern, Vertretern von Fachmenschen und Institutionen einzusetzen, um die UN-BRK im medizinisch-psychosozialen Hilfesystem umzusetzen.

Wir halten die menschenrechtlichen Forderungen von Partizipation und Selbstbestimmung für einen Paradigmenwechsel in der Zusammenarbeit von Helfern und Menschen mit Behinderungen, der ein generelles Umdenken erfordert. Und dieses Umdenken braucht Grundpfeiler, an die sich Institutionen aber auch Betroffenenverbände verbindlich orientieren können. Neben dem weiterhin nicht mit der UN-BRK konformen Umgang mit Menschen mit Behinderungen bezüglich Zwangsunterbringungen und Zwangsbehandlungen, ist in diesem Gremium auch die Situation in Heimen und in den ambulanten Versorgungssystemen partizipativ und selbstbestimmend neu zu gestalten. „Nichts über uns ohne uns“ steht für eine partnerschaftliche Begegnung im Hilfesystem, in der der Mensch mit Behinderung als „Fachmensch seiner Selbst“ den Rahmen vorgibt. Das heißt nicht, dass wir auf professionelle Partner verzichten wollen. Sie stehen häufig für unsere Form von „Rollstühlen und Gebärdensprachdolmetschern“, die es uns ermöglichen im Sinne von Assistenten (Bundesteilhabegesetz) am Leben teilzunehmen. Auch sie haben das Recht auf inklusive Zusammenarbeit.

Diese Überlegungen sind aber nicht auf die Gruppe von Menschen mit seelischen Hindernissen zu beschränken. Insbesondere Menschen mit Lernschwierigkeiten leben in Lebenskontexten, die in vielen Fällen von Fremdbestimmung gekennzeichnet sind.

Kellerkinder e.V.

Leichtere Sprache

Was heißt, wir fordern eine BRK-Enquete?

„BRK“ steht für Behindertenrechtskonvention. Also für unser Menschenrecht über uns selbst zu bestimmen und bei allen Angelegenheiten, die uns betreffen, mitzuentscheiden. In vielen Heimen, Wohngemeinschaften und Werkstätten für Menschen mit Behinderung können wir aber nicht wirklich mitentscheiden und selbstbestimmen. Wir wollen, dass der Bundestag eine Gruppe von Fachmenschen und Menschen mit Behinderung bildet. Diese Gruppe soll für unser Mitentscheiden und Selbstbestimmen Regeln erstellen, an die sich alle halten müssen. Es darf nicht sein, dass uns gegen unseren Willen Sachen vorgeschrieben werden. Wir wollen nicht auf die Hilfe von Betreuern und Ärzten verzichten. Wir wollen aber selbst über die Hilfe bestimmen. Die Forderung nach einer BRK-Enquete betrifft vorrangig Menschen mit Lernschwierigkeiten und seelischen Hindernissen.

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